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Reisebericht: GROßGLOCKNER 2

 

Anreise:
Abreise
Wohnort:

am 30.6.2021 von Wien nach Kaprun mit dem Bus
am 2.6.2021 vom Großglockner über Heiligenblut und Mallnitz nach Wien mit dem Bus
***Berggasthof Wallakhaus (2.304m)

FOTOS: Gertrude Musil


Ab Kaprun wird der Regen immer stärker. Wir fahren mit dem Bus in südlicher Richtung zum Parkplatz Kesselfall. Ab hier ist für den öffentlichen Verkehr Schluss. Wir steigen in einen Shuttlebus und in rasender Fahrt geht es durch enge Tunnelröhren hinauf zum...
   
Lärchwand-Schrägaufzug. Hier schüttet es bereits. Dieser Schrägaufzug überwindet 431 Höhenmeter, wurde 1952 für 60 Tonnen Tragkraft und einer Spurweite von 8,2 Meter für den Transport von Lastwagen beim Bau der Staumauern gebaut. Es ist der größte Schrägaufzug der Welt.
   
Weiter ging es mit dem Shuttlebus zum Mooserboden Stausee. Da wir die Führung durch die Staumauer vom vorigen Jahr bereits kannten und es kräftig zu hageln begann, kehrten wir im Mooserboden Restaurant ein. Wir wärmten uns mit Glühwein auf. Der Wirt schüttelte den Kopf und meinte, dass er am 30. Juni noch nie Glühwein verkaufte.
 

 

Es ging wieder zurück zu unserem Bus zum Kesselfall, aus dem Kapruner Tal auf die Großglockner Hochalpenstraße. Es schüttete und bei der Mautstelle Ferleiten wurde unser Fahrer darauf hingewiesen, dass er möglicherweise Schneeketten benötige.
   
Vor der Kehre 8 war es so weit. Die Räder drehten durch und unser Fahrer musste Schneeketten anlegen. Ein Schneepflug, der bei Kehre 10 stand, kam uns sofort zu Hilfe und räumte die Straße vor dem Bus.
   
Ein Blick aus dem Bus...
   
In langsamer Fahrt erreichten wir schließlich unser Quartier, das wohlig warme Wallakhaus, auf einer Höhe von 2.304 m. Eine Webcam, die alle 10 Minuten ein Bild speichert, zeigt diese Aufnahme: Blick nach Norden zum Hochtor, 30.6.2021, 18:50,  1°C.
   
Am nächsten Tag, die Wetterlage hat sich gebessert, sind wir auf dem Weg zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und haben bei der Auffahrt einen schönen Blick zum Margaritzenstausee. Er liegt auf 2.000 m Höhe, ist ein Wochenspeicher und fasst 3,2 Mio. Kubikmeter Wasser. Er ist durch den 11,6 km langen Möllüberleitungsstollen, der unter dem Großen Wiesbachhorn verläuft, mit dem Mooserboden Stausee verbunden. Die Möllsperre (li) mit einer Höhe von 56 m und die Margaritzensperre (re) mit einer Höhe von 39 m bilden den Stausee, der das Schmelzwasser der Pasterze sammelt.
   
Wie der Name der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe vermuten lässt, ist dieser auf den Habsburgerregenten zurückzuführen, der 1856 gemeinsam mit seiner Sissi das Land Kärnten besuchte. Bei dieser Gelegenheit unternahm der Monarch eine mehrstündige Wanderung von Heiligenblut bis hierher an den damaligen Rand des Pasterze-Gletschers.
   
Von dieser Stelle bewunderte Kaiser Franz Joseph den Gipfel des 3.798 m hohen Großglockners, was uns verwehrt blieb. Auch ist die Gletscherzunge der Pasterze nicht mehr im Bild links unten, sondern erst nach einem halbstündigen Fußmarsch in der Ferne zu erreichen.
   
Dafür tummeln sich zu unseren Füßen unzählige Murmeltiere, die sich einen Winterspeck anfressen. Voriges Jahr war kein einziges Murmeltier zu sehen, dafür ließen sich Steinböcke durch unsere Anwesenheit nicht stören. Übrigens nennt man hier die Murmeltiere Mankei. Normalerweise sind es eher scheue Tiere, hier haben sie sich an den Menschen so gewöhnt, dass sie Körperkontakt suchen um einfacher an Futter zu kommen. Für Karotten und Nüsse lassen sie sich sogar streicheln.
   
Wir fuhren runter nach Heiligenblut und besuchten den Bergsteigerfriedhof. Im Bild die Grabstätte von Alfred Markgraf von Pallavicini, der durch die Erstbegehung (18.8.1876) einer ca. 600 Meter hohen und bis zu 55° steilen Eisrinne am Großglockner bekannt wurde, die später nach ihm benannt wurde. Da der Gebrauch von Eishaken damals noch nicht eingeführt war, musste er mit seinen beiden Bergkameraden 2.500 Stufen mit den Eispickeln ins Eis schlagen. Am 26.6.1886 stürzte er bei einer weiteren Begehung mit seinen 3 Begleitern nach einem Wechtenbruch kurz unterhalb des Gipfels ab.
   
Als nächtes besuchten wir das Haus der Steinböcke, in dem ein Film über die Tiere im Großglocknergebiet lief. Dieser Film lief auch schon im Vorjahr, aber erst jetzt konnten wir ihn sehen. Beachtliche Aufnahmen wie diese im Bild am Gipfel des höchsten Berges von Österreich.
   
Und weiter ging es zum Wasserfall Jungfernsprung. In der Sage soll eine Jungfrau von einem Jäger (es war der Teufel) belästigt worden sein. In ihrer Verzweiflung sprang sie in die senkrechte Felswand, wurde von Engeln getragen und überlebte den Sturz unverletzt.
P.S.: Eine Jungfrau die sich so bekleidet im Wald umtreibt, darf sich nicht wundern wenn ihr der Jäger an die Wäsche will.

   
Noch ein paar Kilometer weiter im Mölltal befindet sich der Putzenhof in Großkirchheim. In diesem Restaurant ist auch ein Museum untergebracht, welches wir besuchten. Das Haus ist ein Knappenhaus in dem einst Bergleute lebten. Es waren jene die Gold abbauten -Tauerngold.
   
Am dritten Tag, dem Tag der Abfahrt vom Wallakhaus erwischte die Webcam (Blick nach Süden, 2.7.2021, 8:40, 5,5°C)  gerade noch unseren Bus (links). Das Wetter wurde immer besser!
   
In Heiligenblut der erste Sichtkontakt zum 3.798 Meter hohen Großglockner. (Es gibt ihn doch!)
   
In Heiligenblut stiegen wir in die 4er Gondelbahn, die Rossbergbahn, die uns von 1.301 m auf 1.752 m zur Mittelstation brachte. Dort ging es weiter auf das Schareck auf eine Höhe von 2.606 m.
 
Oben angekommen benützt jeder die Kulisse für das Erinnerungsbild mit Großglockner. Von hier sieht man vierzig 3.000er in den Hohen Tauern.
 
Vom Schareck ein Blick zum Wallakhaus. Eine Anreise im Winter zum Wallakhaus erfolgt so: Heiligenblut - Schareck hinauf - Panoramabahn hinunter - Snowmobil Wallakhaus.
 
Volles Teleojektiv vom Schareck zum Großglockner gerichtet (3.798 m). Die markante Spitze aus Gesteinen der Grünschieferfazies gehört zur Glocknergruppe im mittleren Teil der Hohen Tauern. Die Erstbesteigung erfolgte Ende 1800 unter Leitung von Fürstbischof Salm-Reiffenscheidt-Krautheim. Am 2.10.1880 wurde das drei Meter hohe und 300 kg schwere eiserne Kaiserkreuz von Bergführern am Gipfel aufgestell.
 
Wir fuhren weiter Richtung Mallnitz. Dort ging es mit der Ankogelbahn, einer Gruppenpendelbahn mit drei Kabinen in zwei Sektionen auf 2.636 m Höhe. Ankogel  I: 1.281 m - 1.945 m Länge 1.808 m.
Ankogel II: 1.945 m - 2.636 m Länge 2.387 m.
Die Sektion zwei geht nahezu im rechten Winkel von der Sektion eins weg.
 
Knapp unterhalb der Bergstation steht das Hannoverhaus auf 2.566 m, eine Schutzhütte des Alpenvereins. Diese Fahrt in die Ankogelgruppe hätten wir uns sparen können. Dieser Berg gehört den Schifahrern, es geht nur bergab. Das Restaurant in der Bergstation war gesperrt, am Gipfel war es sehr windig, daher wurde der Aufenthalt oben nach nur 30 Minuten beendet.
 
Von Mallnitz erfolgte die Heimfahrt nach Wien. Auf Höhe Spielberg hatten wir starken Gegenverkehr von Holländern, die zum Formel 1 Rennen strömten.