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Reisebericht: GROßGLOCKNER 1

 

Anreise:
Abreise
Wohnort:

am 24.9.2020 von Wien nach Kaprun mit dem Bus
am 26.9.2020 vom Großglockner nach Wien mit dem Bus
***Berggasthof Wallakhaus (2.304m)

FOTOS: Gertrude Musil


Von Kaprun kommend fahren wir mit dem Bus in südlicher Richtung zum Parkplatz Kesselfall. Ab hier ist für den öffentlichen Verkehr Schluss. Wir steigen in einen Shuttlebus und in rasender Fahrt...
   
...geht es durch enge Tunnelröhren hinauf zur Limbergsperre. Dabei überwinden wir einen Höhenunterschied von 1250 Meter. Die Strecke ist größtenteils einspurig und wird mittels Funk überwacht.
   
Wir "arbeiten" uns weiter nach oben, sodass wir bereits auf die Limbergsperre des Stausees Wasserfallboden in der Ferne sehen können. Die Staumauer liegt auf einer Höhe von 1672 m, ist 120 m hoch und hat eine Kronenlänge von 357 m. Der Stausee fasst 81,2 Mio. Kubikmeter Wasser und ist mit dem Stausee Mooserboden verbunden.
   
Der Stausee Mooserboden mit seinen beiden Talsperren Moosersperre (links vorne) und Drossensperre (dahinter). Der Berg links ist der Hohe Tenn, in der Bildmitte geht es aufs Große Wiesbachhorn (3.564 m). Der Stausee Mooserboden ist ein Jahresspeicher, ist mit dem Margaritzenstausee verbunden, liegt auf einer Höhe von 2.036 m und fasst 84,9 Mio. Kubikmeter. Die Moosersperre hat eine Höhe von 107 m und eine Kronenlänge von 494 m, die Drossensperre 112 m und 357 m. Das Gewicht der Staumauer ist auf eine 4-fache Sicherheit ausgelegt, heute würde man sich mit einem Sicherheitsfaktor von 1,7 zufrieden geben.
   
Im Inneren der Staumauerkrone sind unzählige Kabelverbindungen und Datenkabel angebracht, die eine Kommunikation zwischen den diversen Stauseen gewährleisten (VERBUND). Selbst eine Internetverbindung besteht in den dicken Betonwänden.
   
Diese Leiter in der Mitte der Staumauer führt in deren Basis, wo sich natürlich verschiedene Messpunkte befinden. Selbstverständlich wird der größte Wert auf die Sicherheit des Bauwerks gelegt
   
Hier eine Messstation, die wie ein aufrechtes Pendel wirkt. Dabei werden die Horizontalbewegungen der Staumauer gemessen, wobei man die Schwankung, die durch die Erdrotation entsteht, berücksichtigt. Weitere Messpunkte sind im Boden und bei jeder Dehnungsfuge vorhanden.
   
Ein Blick vom Hohen Tenn (3.368 m) auf den Stausee Mooserboden und den Stausee Wasserfallboden (rechts unten). Gut zu sehen die beiden Staumauern Mooserbodensperre und Drossensperre, die sich beide am Höhenburgfelsen in der Mitte abstützen.

Fotograf: Tigerente - CC BY-SA wikimedia
   
Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet die Bundesländer Salzburg und Kärnten über den Alpenhauptkamm. Sie beginnt in Bruck an der Glocknerstraße, führt über die beiden Gebirgspässe Fuscher Törl und Hochtor (Passhöhe 2.576 m) nach Heiligenblut. Eine Abzweigung führt zur Edelweissspitze, eine zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Die Straße ist  47,8 km lang und wurde in den 1920er Jahren von Ing. Franz Wallak erbaut. Sie ist mautpflichtig und nicht das ganze Jahr befahrbar.
   
Unser Ziel und Übernachtungsort ist der Berggasthof Wallakhaus, welcher 1930 aus einer Kantine für die Bauarbeiter der Glocknerstraße entstand. Nach Beendigung der Bauarbeiten 1935 wurde er für den Tourismus eröffnet. 1951 zerstörte eine Lawine das Haus. Ein Wiederaufbau erfolgte im Sommer des gleichen Jahres. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden grundlegende Modernisierungen und Erweiterungen durchgeführt. Das Wallakhaus gehört zu den am höchst gelegenen Gasthöfen Österreichs.
   
  Auf dem Weg zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe hat man einen schönen Blick zum Margaritzenstausee. Er liegt auf 2.000 m Höhe, ist ein Wochenspeicher und fasst 3,2 Mio. Kubikmeter Wasser. Er ist durch den 11,6 km langen Möllüberleitungsstollen, der unter dem Großen Wiesbachhorn verläuft. mit dem Mooserboden Stausee verbunden. Die Möllsperre mit einer Höhe von 56 m und die Margaritzensperre mit einer Höhe von 39 m bilden den Stausee, der das Schmelzwasser der Pasterze sammelt.

Fotograf:  © Bwag/Wikimedia
  Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe schlägt das Wetter um. Es regnet, ist kalt und es beginnt leicht zu schneien. Großglockner sehen wir keinen mehr. Die Einheimischen hier sagten uns, dass morgen auf Grund der Wetterlage, alles geschlossen bleibt. Als wir sagten, dass wir im Wallakhaus nächtigen rät man uns, vor 16 Uhr dort einzutreffen.
  Die Pasterze sieht traurig aus. 
  Da wir sehr zeitig unterwegs sind, sind da, wo sich normalerweise unzählige Murmeltiere tummeln, Steinböcke zu sehen.
  Wir fahren weiter und besuchen Heiligenblut. Eine abenteuerliche Geschichte erklärt die Namensgebung: 914 war ein dänischer Prinz mit Namen Briccius (lat. Friedrich) auf dem Rückweg von Konstantinopel von einer Lawine verschüttet worden. Er wurde gefunden, da aus den Schneemassen die ihn begruben  3 Ähren wuchsen. Beim Begräbnis hat sich eines seiner Beine störrisch geweigert unter der Erde zu bleiben und so fand man eine Phiole mit dem Blut Christi, in seiner Wade eingewachsen. Das Fläschchen wird im Sakramentenhaus der 1460 erbauten Pfarrkirche St. Vinzenz aufbewahrt.
Unser Busfahrer hat am Vortag bereits Schneeketten montiert, die wir auch bei der Heimfahrt über Heiligenblut brauchten (siehe Bild). Zusätzlich mussten wir warten bis der Schneepflug bei uns vorbei kam und eine Spur vom Schnee und den Verwehungen freiräumte. Die Großglockner Hochalpenstraße war an diesem Tag für den gesamten Verkehr gesperrt.
   
Ca. 3 km nach Heiligenblut machen wir einen Fotostopp bei der Hexenkuchl im Mölltal, um den Wasserfall Jungfernsprung zu sehen. Hier stürzt das Wasser des Zopenitzenbaches in 3 Kaskaden mehr als 130 m in die Tiefe. Dazu gibt es auch eine Sage: Eine Jungfrau auf der Flucht vor dem Teufel - zu ihren Füßen eine senkrechte Felswand. In ihrer Verzweiflung springt sie und - von Engeln getragen - überlebt sie den Sturz unverletzt.
   
Den letzten Stopp machen wir in Schladming. Hier die Talstation der 10er Gondelbahn. Heute erreicht man (auch mit Schi) die Gondeln über eine Rolltreppe !